Die Geschichte von Bischofsgrün

Heilklimatischer Kurort

650 bis 1024 m ü.d.Meer im Naturpark Fichtelgebirge

 

Das weite Hochtal, in dem Bischofsgrün liegt, gehört zu den frühest besiedelten Gebieten des Fichtelgebirges. Es wird von einem ausgedehnten Waldgebiet eingerahmt. Der Ort hatte schon 1204 eine Pfarrkirche und wird 1242 in einer Urkunde des Bischofs Otto erstmals erwähnt. Doch eine alte Überlieferung besagt, daß in Bischofsgrün - damals noch "Bischofesgrune" genannt - bereits um das Jahr 900 eine Hohlglashütte bestanden hat. Schon die ersten Ansiedler waren kunstgewerblich sehr geschickt und nutzten die Bodenvorkommen wie Zinn, Gold, alkalihaltige Holzasche, eisenfreien Quarz und Ton für ihre Handwerkskunst aus.

 

1317 erhielten die fünf Brüder von Hirschberg den Rudolfstein mit den dazugehörigen Dörfern - darunter auch "Bischofesgrune" - als erbliches Lehen. Unter ihrer Herrschaft kam schon 1340 die "Glasmacherei" zu hoher Blüte. Das Wappen der Gemeinde Bischofsgrün kündet sowohl von dieser Glasmacherei als auch vom Bergbau.  1421 wurde erstmals eine Zinngrube erwähnt, deren Einstieg unterhalb des Ochsenkopfgipfels, dem sogenannten "Schneeloch" war. Die reichen Bodenschätze lockten viele Fremde an, so auch die "Venediger", die in der Lage waren, das hier abgebaute "Rheinische Gold" richtig zu schmelzen.

 

 

Im Jahre 1536 besaß die Gemeinde bereits eine neue Glashütte und der Ort zählte 39 Häuser. Die abgeschiedene Lage des Dorfes hat es vor den Verheerungen der Hussitenkriege bewahrt, und da der Ort weder Burg noch Befestigungsanlagen besaß und auch keine reichen Bauerngüter vorhanden waren, blieb Bischofsgrün im Bauernkrieg (1525) und auch im Bundständischen Krieg (1552 - 1555) von allen Schrecken verschont. Am 16. Mai 1612 vernichtete ein großer Brand die Kirche, das Pfarrhaus und weitere acht Häuser. Durch den Zuzug der Familien Greiner und Glaser von der Lauscha in den Jahren 1616 und 1619 erhielt die Glasindustrie neuen Aufschwung, so daß die Gemeinde 1668, nach den verlustreichen Jahren des Dreißigjährigen Krieges, ein Zoll- und Umgeldamt und 1670 eine neue Schule bauen konnte. Durch die Hohlglasfabrikation, deren Blüte im 17. Jahrhundert lag, wurde Bischofsgrün weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Aus der heimischen Produktion schmückten einst vor allem Willkommenspokale die Tafeln der Fürstenhöfe. 

 

 Fichtelberg - Glasmuseum

 

1682 entstand die zweite neue Glashütte, und 1699 begann die Wiederherstellung und Vergrößerung der schadhaften Aegidien-Kirche, die Anfang September 1702 eingeweiht werden konnte. Zu der in Bischofsgrün beheimateten Industrie, dem Bergbau, den Hammerwerken und der Glasmacherei kam 1757 die Leineweberzunft. Insbesondere war die Familie der Wanderer in Bischofsgrün für die Glasfabrikation verantwortlich. Elias Wanderer ist im Jahre 1611 - vermutlich aus Glaubensgründen - von Böhmen nach Bischofsgrün gekommen. Vor seiner Umsiedlung war er zuletzt bei seinem Onkel Georg, einem der besten und bedeutendsten Glasmaler des Isargebirges, in der Glashütte Friedrichswald bei Gablonz tätig. Elias hat mit seinem Wissen und Können der Glaskunst des Fichtelgebirges wichtige Impulse gegeben. Es ist erwiesen, dass sich die Glaskunst des Fichtelgebirges hinsichtlich Glasqualität und vor allem der künstlerischen Glasgestaltung mit Elias Wanderer gewandelt und den damals führenden Böhmischen Glashütten angenähert hatte und für diese zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz wurde. 

 

Nähere Informationen zur geschichtlichen Verbundenheit der Wanderers erhalten Sie auch unter http://www.wander-wanderer.de/

 

Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) unterbrach die Aufwärtsentwicklung, denn die einquartierten Soldaten brachten schwere Krankheiten mit, die unter der Bevölkerung eine großes Sterben verursachten. Erst nach der Teuerung in den Jahren 1816/17 entstand der Schulhausneubau. Die Glasperlenindustrie und die Handweberei bekamen neuen Auftrieb. Zwar wurde 1861 das Hammerwerk stillgelegt, doch konnten durch den Bau der Maintalstraße bessere Verkehrsbedingungen geschaffen und damit der Anschluss an neue Wirtschaftszentren erreicht werden. Am 18.9.1887 legte ein verheerender Brand fast ganz Bischofsgrün in Schutt und Asche. Tapfer und zielbewußt gingen die Bewohner an den Wiederaufbau, und das Dorf entstand schöner als je zuvor. Im Jahre 1898 erhielt Bischofsgrün den Anschluß an das Eisenbahnnetz. Mit diesem Ereignis begann dann eigentlich die Zeit des Fremdenverkehrs in Bischofsgrün. Um die Jahrhundertwende weilten bereits Dauergäste im Dorf. Der Nürnberger G. Eckhardt verbrachte sechzehnmal seinen Sommerurlaub hier. Ihm verdankt die Gemeinde die Melodie zum Fichtelgebirgslied, zu dem Pfarrer Gruber den Text lieferte. Der Wintersport begann damals noch sehr zaghaft. Erst die Skipioniere aus Nürnberg brachten die richtige Begeisterung für diesen Sport mit, und bereits 1909 gründeten die Skifans in Bischofsgrün einen Ski-Club.


Der erste Weltkrieg beendete zunächst diese Entwicklung. Im Laufe der Nachkriegszeit wurde dann der Ort durch seine günstige Höhenlage zu einer vielbesuchten Sommerfrische und einem idealen Wintersportort.

 

Historisches Bischofsgrün 04

 

Bereits 1927 standen 394 Betten zur Verfügung, und man zählte 3000 Übernachtungen. Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Fremdenverkehr ein vorläufiges Ende gefunden. Umsiedler, vorwiegend aus Gablonz und Umgebung, ließen sich nach dem Krieg hier nieder und erweckten die Glasindustrie zu neuem Leben. Und allmählich besann man sich auch wieder auf Bischofsgrün als Erholungsort. Waren es zunächst die Berliner, die den Ort aufsuchten und das Fichtelgebirge förmlich zu ihrem "Hausgebirge" machten, so sind heute Urlauber aus dem ganzen Bundesgebiet, aber auch aus dem Ausland anzutreffen. Die Bemühungen um die Verbesserung des Angebots wurden im Jahre 1958 durch die staatliche Anerkennung zum Luftkurort gewürdigt. Die bereits im Jahre 1957 mit Matten versehene Sprungschanze stellte damals eine Attraktion dar, war sie doch die erste Anlage dieser Art in der westlichen Welt. Sie ermöglicht Trainingssprünge das ganze Jahr über. 1969 wurde der Ochsenkopf (1024 m) durch den Bau einer Seilschwebebahn für den allgemeinen Tourismus erschlossen. Mit der Modernisierung der Anlage erhielt der Ochsenkopf im Jahre 1991 die technisch modernste Seilbahn Deutschlands. 1970/71 erbaute die Gemeinde ein neues und geräumiges Kurhaus. Die Übernachtungszahlen stiegen von 50.000 im Jahre 1952 auf fast eine Viertelmillion im Jahre 1978 an. Dem Ort stehen etwa 1900 Fremdenbetten zur Verfügung. 

 

Historisches Bischofsgrün 05


 
 
 
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